ehrlich und unverbindlich

Ratgeber: Hochdruckanlagen

Bei einer Investition in einen Hochdruckreiniger gibt es einiges zu beachten. Hier stellen wir Ihnen einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung. Des Weiteren erfahren Sie hier, was aus technischer Sicht zu beachten ist.

Rechtlich

Beheizte Hochdruckreiniger, ob stationär oder mobil, unterliegen der BImSchV (Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung). Dies bedeutet, dass diese Geräte einmal im Jahr von dem zuständigen Schornsteinfeger auf die Abgasverlustgrenzwerte überprüft werden müssen.

Dabei dürfen die Geräte die nachfolgenden Werte nicht überschreiten:

Vor dem Kauf eines solchen Reinigers sollten Sie sich vergewissern (im Idealfall: Nachweisen lassen), dass dies gewährleistet ist.

Download
Zusammenfassung - 1. BImSchV
1. BImSchV.pdf
Adobe Acrobat Dokument 322.2 KB

Hygiene

Hygiene beim Einsatz von Hochdruckheißwassererzeugern:
Wird mit einer Hochdrucklanze mit warmem Wasser gereinigt, so besteht die Gefahr, dass das Reinigungs- personal durch Bakterien infiziert wird. Die für den Menschen gefährlichste Art dieser Bakterien sind Legionellen.


Legionellen sind Stäbchenbakterien, die vor allem in stehendem, warmen Wasser (25 bis 50 °C) leben und erst bei Temperaturen ab 70 °C absterben. In Warmwasserleitungen, die wenig durchflossen werden, können Legionellen ideale
Verbreitungsbedingungen finden.

 

Für den Menschen werden Legionellen zur Gefahr, wenn sie in großen Mengen über fein versprühtes Wasser (Aerosole bei der Anwendung von Waschlanzen und warmem Wasser und Hochdruck) in die Lunge gelangen. Legionellen verseuchtes Wasser zu trinken, stellt hingegen keine bekannte Gefahr dar.


Arbeiten mit Brauchwasser

Sie arbeiten schon mit Brauchwasser um Betriebskosten zu sparen? Sie haben festgestellt, dass Ihre eingesetzte Hochdrucktechnik Komplikationen oder einen erhöhten Reperaturaufwand aufweist?

 

Viele Hochdruckgeräte greifen auf günstigere Bauteile wie z.B. Dichtungen, Kolben und Pumpen zurück. Diese Elemente sind für den Brauchwasser-Betrieb ungeeignet.

 

Fragen Sie vor der Anschaffung explizit nach, ob das Gerät brauchwassergeeignet ist. Sollte dies verneint werden, sollten Sie sich nach Alternativen umschauen.

Verschleiß

Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Ihre Anlage im Bypassbetrieb arbeiten kann.

 

Der Bypassbetrieb gewährleistet durch seine homogene Verbrennung die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Abgasgrenzwerte. Zusätzlich steht die Waschtemperatur mit Hilfe dieses Verfahrens dauerhaft ohne große Schwankungen zur Verfügung. Schaltet sich ein Brenner bei jedem Kurzstopp aus und dann wieder ein, kann die Waschtemperatur (ohne Bypassbetrieb) um ca. 20 °C abweichen.

 

Außerdem werden bewegliche Teile und Armaturen des Gerätes geschont, da diese bspw. nicht fortlaufend unter Druck stehen (Pumpen, Schläuche etc.).


Um den gesetzlichen Bestimmungen aus dem Weg zu gehen, kann man sich dazu verleiten lassen auf einen elektrisch beheizten Hochdruckreiniger zurückzugreifen. Hier gilt es folgende Punkte zwingend zu beachten:

  • für optimale Waschergebnisse werden ca. 80 °C Waschtemperatur (Wasser) benötigt - hierfür werden in etwa 80 kW notwendig
  • Stromanschluss von 80 kW nötig (in den meisten Fällen nicht vorhanden)
  • Stromverbrauch und somit Betriebskosten steigen mit den Betriebsstunden erheblich an
  • elektrisch betriebene Geräte bedienen sich im Prinzip der Funktionsweise eines "Boilers" - folglich entsteht auch hier das Legionellen-Problem (siehe oben - Hygiene)